Edda - Nordisches Schrifttum

Edda (nord. "Urgroßmutter"), ist eine Sammlung nordischer Dichtungen, die in zwei grundsätzlichen Versionen vorliegt.

Der Name Edda wird zunächst für das Werk des isländischen Dichters und Historikers Snorri Sturluson benutzt. Er verfasste um 1220 auf Island ein umfangreiches Werk über Mythen und Dichtkunst, es ist unter den Bezeichnungen „Prosa-Edda”, „Jüngere Edda” oder nach ihrem Verfasser „Snorri-Edda” geläufig (Den Inhalt dieser Edda seht ihr weiter unten). Die "Snorri-Edda" besteht aus drei Hauptteilen, nämlich Gylfaginning, Skáldskaparmál und Hattatal. Das Werk Gylfaginning musste sich allerdings der christlichen Zensur beugen, und so wurden die Götter als Könige dargestellt, die ihrer asiatischen Herkunft wegen Asen hießen.

Um 1270 (1240?) niedergeschrieben wurde die „ältere Edda” („Lieder-Edda”, „Poetische Edda”, fälschlich dem isländischen Gelehrten Sæmundur zugeschrieben, daher auch „Sæmundar-Edda”), sie ist somit jünger als Snorris Edda. Sie wird aber deshalb "ältere Edda" genannte, weil sie auf ältere gesicherte Quellen zurückgeht. Sie gilt als Sammlung von Dichtungen vieler unbekannter Autoren. Die "Lieder-Edda" besteht aus drei Hauptteilen, nämlich Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengsang, (Den Inhalt dieser Edda seht ihr weiter unten)

Die Stoffe beider Ausgaben lassen Überlieferungen mindestens aus der Völkerwanderungszeit anehmen, Parallelen mit indogermanischer Götterdichtung lassen noch tiefere Wurzel schließen.

Der Ursprung des Begriffs Edda ist unklar. Heißt es nach dem Entstehungsort Oddi in Südwestisland „Buch von Oddi” oder nach dem altnordischen Wort edda „Urgroßmutter” im Sinne eine Urahnin aller Dichtung? Da Snorri sein Werk als Lehrbuch verfaßte, berührt sich diese Erklärung mit der These, Edda rühre vom Wort odr, Gesang oder Dichtung her und bedeute somit schlicht „Buch von der Dichtung”: Die Dichtung stammt mythisch vom Skaldenmet Ödrorir her, der in einem als Gebärmutter deutbaren Kessel gebraut wurde.

Die Edda wurde erst zu einer Zeit geschrieben, als die Heiden bis nach Polen zurückgedrängt waren. Daher ist die oft gemachte Behauptung, die Edda sei das Heilige Buch der Nordischen Völker, falsch. Allerdings beinhaltet sie deren wesentliche Mythen, die vorher wohl mündlich weitergegeben wurden.

Hier seht ihr eine Seite der Edda

Hier die Auswahl aus dem Inhalt der Prosa-Edda (Snorri-Edda oder jüngeren Edda)
Die drei ersteren sind die Hauptwerke

- Gylfis Täuschung (Gylfaginning)

- Die Sprache der Dichtkunst (Skáldskaparmál)

- Verzeichnis der Versformen (Hattatal)

- Skaldenverzeichnis (Skáldatal)

 


Hier die Auswahl aus dem Inhalt der Lieder-Edda (Poetische Edda oder ältere Edda)

Götterdichtung

- Der Seherin Gesicht (Völuspa)

- Das Wafthrudnirlied (Vaftrudnismal)

- Das Grimnirlied (Grimnismal)

- Balders Träume (Baldrs draumar)

- Die kürzere Seherinnenrede (Völospa in skamma)

- Das Thrymlied (Thrymskvida)

- Das Hymirlied (Hymiskvida)

- Das Skirnirlied (Skirnismal)

- Lokis Zankenreden (Lokasenna)

- Das Harbardlied (Harbardsliod)

- Das Alwislied (Alvissmal)

- Das Merkgedicht von Rig (Rigstula)

- Das Fjölswinnlied (Fiölsvinnsmal)

- Das Hyndlalied (Hyndluliod)

- Das Walkürenlied (Darradarliod)

- Odins Rabenzauber (Hrafnagaldr Odins)

- Ägirs Trinkgelage (Ägisdrecka)

- Das Wegtamslied (Vegtamskvida) // andere Version von Baldurs Träume

- Odrörir-Mythos

- Brüchstücke und Einzelstrophen


Spruchweisheit

- Das alte Sittengedicht (Havamal)

- Die Lehren an Loddfagnir

- Das dritte Sittengedicht

- Priameln

- Die Odinsbeispiele

- Die Geizhalsstrophen

- Die Heidreksrätsel (Heidreks gátur)

- Die Runenlehren

- Die Zauberlieder (Ljodatal)

- Der Zaubergesang der Groa (Grogaldr)

- Der Fluch der Busla (Buslubæn)

- Die Wölsistrophen

- Der Urfehdebann (Tryggdamál)

- Das Sonnenlied (Solarliod)

- Einzelstrophen und Splitter


Heldengesang

- Das Wölundlied (Völundarkvida)

- Das Hunnenschlachtlied (Hlodsvida)

- Das Alte Sigurdlied (Brot af Sigurdarkvidu)

- Das Alte Atlilied (Atlakvida)

- Das Alte Hamdirlied (Hamdismal)

- Das jüngere Sigurdlied (Sigurdakvida in skamma)

- Das grönländische Atlilied (Atlamal in groenlenzku)

- Lied vom Drachenhort

- Die Vogelweissagung (Fáfnismal und Reginsmál)

- Die Erweckung der Walküre (Sigrdrífomál)

- Sigurds Vaterrache (Reginsmál)

- Gripirs Weissagung (Grípisspá)

- Gudruns Gattenklage (Gudrunarkvida fyrsta)

- Gudruns Lebenslauf (Gudrunarkvida önnur)

- Gudruns Sterbelied (Gudrunarhvot)

- Gudruns Gottesurteil (Gudrunarkvida thridja)

- Brünhildens Helfahrt (Helreidh Brynhildar)

- Oddruns Klage (Oddrúnargrátr)

- Die ältere Dichtung von Helgi dem Hundingstöter (Helgakvida Hundingsbana önnur)

- Die jüngere Dichtung von Helgi dem Hundingstöter (Helgakvida Hundingsbana in fyrri)

- Die Dichtung von Helgi Hjörwardssohn (Helgakvida Hjörvarzsonar)

- Das Mühlenlied (Grottasongr)

- Starkads Rückblick (Víkarsbálkr)

- Der Kampf auf Samsey

- Hjalmars Sterbelied

- Das Herwörlied

- Odds Männervergleich

- Das Innsteinlied

- Das Hroklied

- Hildibrands Sterbelied

- Sinfiötlis Ende (Sinfiötlalok)

- Das erste Lied von Sigurd dem Fafnirstöter oder Gripirs Weissagung (Sigurdharkvida Fafnisbana fyrsta edha Grîpisspâ)

- Das andere Lied von Sigurd dem Fafnirstöter (Sigurdharkvida Fafnisbana önnur)

- Das Lied von Fafnir (Fafnismal)

- Bruchstück eines Brünhildenliedes (Brot af Brynhildarkvidu)

- Mord der Niflunge (Drap Niflunga)

- Das Haraldlied

- Das Eiriklied

- Das Hakonlied