Hjalmars Sterbelied

Hjalmars sprach:

1
"Hab sechzehn Wunden,
die Wehr zerhaun;
Schwindel fasst mich
schwarz vor den Augen:
Angantyrs Schwert
schnitt zum Herzen,
scharfe Schneide,
geschmiedet in Gift."

Und weiter sprach er:

2
"Hatte fünf Höfe
im Heimatland.
Nimmer sollt ich
genießen sie.
Lebens ledig
liegen muss ich,
versehrt vom Schwert,
auf Samsey nun.

3
Mannen trinken
Met in der Halle
meines Vaters,
festlich geschmückt.
Malztrunk ermattet
der Männer viel;
auf dem Eiland quält
mich des Eisens Spur.

4
Schied von der lichten
Linnengöttin
auf Agnafits
äußerstem Strand.
Wahr muss werden
das Wort, das sie sprach:
Wiederkehren
würd ich nimmer.

5
Zieh den roten
Ring von der Hand mir!
Bring ihn der jungen
Ingibjörg!
Harm im Herzen
haften wird ihr,
dass ich ausbleiben muss
von Upsala.

6
Fuhr von frohen
Frauenliedern,
Minne im Sinn,
mit Soti aus.
Zu Schiff schied ich
in schneller Fahrt
zum letzten Mal
von lieben Freunden.

7
Östlich vom Stamm
streicht der Rabe;
eilend folgt ihm
der Adler nach.
Letzte Beute
biet ich dem Aar:
Genießen mag
er nun mein Blut."