Irminsul - Säule

Irminsul (ahd. „allumfassende Säule”, Irminsäule, Erhabene Säule) war bei den Sachsen, benannt nach dem Kriegsgott Irmin, ein großer und heiliger Baumstamm, Sinnbild des Weltbaumes.

Irmin ("der Erhabene") war als Sohn des Mannus der Stammvater der germanischen Stammesgruppe der Herminonen.

Die Irminsul war ein Hauptheiligtum heidnischer Germanen. Die gewaltige Säule soll die Verbindung des Himmels mit der Erde symbolisiert haben. Wenn diese Verbindung unterbrochen ist, gerate die Welt ins wanken. Irminsul wird daher als sächsische Entsprechung der eddischen Yggdrasill betrachtet. Diese soll zu Beginn des Weltenbrandes Ragnarök erbeben und das die Götterdämmerung ankündigen.

Kaiser Karl („der Große”) bekämpfte in seinem Reich das Heidentum. Ein Schlüsselereignis dabei war die Zerstörung der Irminsul 772, nahe der sächsischen Hauptfestung Eresburg in Westfalen.
An Stelle des Heidentums etablierte Karl mit teils brutaler Gewalt das Christentum und entschied den Kampf zwischen Franken einerseits und Sachsen sowie Friesen andererseits für sich.

Die Zerstörung heiliger Stätten und Symbole hatte System, wenn der allmächtige Gott verbreitet wurde: Antiken Götterstandbildern wurden Köpfe und Brüste abgeschlagen, bei den Germanen traf es die heiligen Haine und Bäume. So fiel beispielsweise die Donareiche der Axt des Bonifatius zum Opfer.

Es gibt Vermutungen, die Irminsul könnte bei bzw. auf den Externsteinen bei Detmold gestanden haben. Den Triumph des Christentums über den eingesessenen Glauben soll das in dieses Naturmonument gemeißelte Kreuzabnahmerelief aus dem 12. Jh. zeigen. Umstritten ist, ob die gebogene Darstellung eines Baumes zu Füßen des Nikodemus eine orientalische Palme oder die gedemütigte Irminsul darstellen soll.