Sigurds Vaterrache - Reginsmál

Im Lied „Sigurds Vaterrache” ist Sigurd Sohn des Königs Siegmund und der Hjördi, Tochter des Eylimi. In einem Kampf gegen Lyngwi, dem Sohn des Hunding, stirbt Eylimi, Siegmund hingegen tritt ein Mann entgegen, einäugig, mit Hut und blauem Mantel, in dem Siegmund sofort den Gott Odin erkennt, sein Schwert aber bereits an dessem Ger zerbrochen ist. Siegmund verkündet seiner Frau Hjördi, daß ihm Odin sagte, sie werde einen Sohn gebären, der ihn mit den Trümmern seines Schwertes rächen wird. Damit stirbt Siegmund.
Hjördi zieht mit dem Heerführer Alf zu dessem Vater, König Hjalprek, nach Dänemark. Den kleinen Sigurd, genannt Yngwis Erbe, gibt man dem Regin zur Pflege, Hjördi wird Gattin Hjalpreks.
Regin schmiedet dem Ziehsohn ein Schwert, doch bricht dieses entzwei, als Sigurd damit auf den Amboß schlägt. Einer weiteren Waffe ergeht es ebenso, doch beim dritten Versuch schmiedet Regin das Schwert aus den Teilen vom Schwert Siegmunds. Diesmal ist es der Amboß, der dem Schlag nachgibt.
Mit diesem Schwert, Gram genannt, schickt Regin Sigurd zu seinem Bruder Fafnir, der als Drache den Hort bewacht.
Das Lied führt weiter aus, wie Sigurd aufbricht, seinen Vater zu rächen. Unterwegs begegnet ihm Odin, der sich ihm als Hnikar, Feng oder Fjölnir vorstellt und ihm den Rat erteilt, „keiner seiner Kämpfer kämpfe entgegen dem späten Schein der Schwester des Monds!” (man soll offensichtlich den Kampf vor Sonnenuntergang beenden).
Nach siegreicher Schlacht sprechen erst Regin (der in dieser Version der Sage entweder seinen Bruder Fafnir länger überlebt oder aus dem Jenseits spricht, vgl. Mimirs Haupt), dann Odin zu Sigurd.
Regin nennt die besondere Methode, die man Lyngwi, dem Mörder Siegmunds, angedeihen ließ: Ihm wurde der Blutadler geschnitten, die Strafe für den Vatermord. Dazu trennte man die Rippen vom Rückgrat und bog sie so nach vorne, daß es den ausgebreiteten Schwingen eines Adlers ähnelte. Der Vorgang erinnert etwas an eine Kreuzigung.
Odin verrät Sigurd Vorzeichen für gutes Gelingen von Kämpfen. Immer ein gutes Omen sei demnach ein schwarzer Rabe, zwei am Zaun stehende Krieger und der Wolf heult. Dagegen sei Vorsicht angezeigt, wenn Sigurd auf dem Weg in die Schlacht strauchele (Edda, Sigurds Vaterrache).

Wie Sigurd zum Überwinder des Drachen wurde berichtet das „Lied vom Drachenhort”: