Fenrir - Dämonischer Wolf

Fenrir (Fenris, Fenrisulfr, nord. Fenriswolf, "Sumpfbewohner"?); auch Managarm (Mondhund) In der nordischen Mythologie ist Fenrir ein gewaltiger Dämon in Wolfsgestalt.
Fenrir ist der Sohn der Riesin Angrboda und des Loki (die Voluspa nennt diesen Wolf Hwedrungssohn, 55).
Seine Geschwister sind die Midgardschlange (Jörmungand) und die Totengöttin Hel.

Als seine Gattin gilt die Riesin Gyge die im Wald Jarnwid haust. Sie gebärt ihm dort seine Wolfssöhne, Hati und Skalli.

Die Nornen weissagten Odin, dass dieser Höllenwolf ein "Zeitalter der Axt, des Schwertes, des Windes und schließlich des Wolfes" einleiten würde, das die Welt vollständig zerstört.
Die Nornen warnten auch davor, dass der Fenriswolf Odin einst den Tod bringen werde.

Die Götter beschlossen etwas gegen Fenrir und auch seine andern dämonischen Geschwistern zu tun. Fenrir wurde einer Mutter weggenommen und nach Asgard gebracht. Erst versuchten die Asen ihn zu zähmen. Der einzige Ase, der sich in seine Nähe traute und ihn zu füttern wagte, war Tyr.

Aber es war sinnlos der Wolf ließ sich nicht bändigen und die Götter sahen keine andere Wahl als ihn zu fesseln. Es gab aber keine Kette, die stark genug war, ihn zu bändigen. Die Götter versuchten es erst mit den Schlingen Läding und später auch Droma, diese zerriss der Wolf aber spielend. Dann fertigten die Zwerge schließlich eine magische Fessel "Gleipnir".

Diese Kette bestand aus den folgenden Zutaten:
Das Geräusch einer sich bewegenden Katze, der Bart einer Frau, die Wurzeln von Bergen, die Stimmen von Fischen, den Sehnen der Bären (vermutlich sind hiermit allerdings nicht die Sehnen sondern die Nerven bzw. die Schmerzempfindung der Bären gemeint), und die Spucke von Vögeln.

Fenrir argwöhnte eine List, als die Götter ihm "Gleipnir" anlegen wollten. Als Zeichen des Vertrauens legte Tyr seine Hand in Fenrirs Maul. Da die Fessel nicht zu lösen war, biss Fenrir Tyr´s Hand ab. Tyr lebte seitdem ohne rechte Hand. Übrigens zum Gelächter der anderen Götter, denen wichtiger war, dass der Wolf vorerst unschädlich war. Fenrir wurde an einen Felsen gebunden und sein Maul durch ein Schwert offen gehalten.

In schlammiger Flußmündung war Fenrir nun bis zum Ende der Götterherrschaft gefesselt:

"Gefesselt liegt Fenrir
an der Flußmündung,
bis die Götter vergehn;"
Lokasenna, 41, übers. v. GENZMER, 1997, S. 37

Zu Ragnarök wird Fenrir sich losreißen und im Zweikampf Odin auffressen. Vidar reißt ihm dafür den Rachen entzwei bzw. stößt ihm seine Waffe ins Herz (Voluspa 55).

Seine Söhne, Hati und Skalli, werden zur Ragnarök die Sonne (Sol) und den Mond (Mani) verschlingen.
In andern Überlieferungen gibt es diese Kinder nicht und der Fenrir wird die Sonne und den Mond selbst verschlingen. Vermutlich sind Hati und Skalli auch nur Abwandlungen des Fenrir.

Odin versammelt die besten Kämpfer als Einherier bei sich in Walhalla, weil der "graue Wolf die Hallen der Götter beobachtet". So hatte ein dänischer König über Odins scheinbare Benachteiligung seiner tapfersten Krieger zu klagen, die allesamt im Kampfe gefallen waren.

Fenrir ähnelt dem Höllenhund Garm, der zu Ragnarök wie er seine Fesseln sprengen wird (Voluspa 49).
Auch der altiranische Dämon Azi Dahaka erinnert in vielen Zügen an dieses Untier.