Allgemeines über Riesen

 

Die germanische Mythologie ist reich an Riesen. Diese sind dämonische, überwiegend schadenstiftende Ungeheuer von gewaltiger Kraft und enormer Größe, dabei entweder sehr dumm oder sehr weise. Sie werden auch mehrhäuptig dargestellt, besonders drei, sechs oder neun Köpfen.

Die meisten Riesen sind bösartig und Feinde der Götter und Menschen. Aber es gibt auch gutmütige, sanfte Riesen.

Die Bösartigen werden stets vom Donnergott Thor gejagt und getötet. Auffällig ist, dass viele Götter direkt von Riesen bzw. Riesinnen abstammen oder auch selbst als Riesen gelten (z.B. Ægir).

Im nordischen Weltbild sind sie in Riesenheim (Utgard) ist angesiedelt, ihr Saal ist Okolni.

Ein Oberbegriff für die nordischen Riesen, die den Trollen ähneln und von denen die Edda berichtet, ist Thursen (nord. „Riese”), Herrscher der Thursen ist Thrymr.
Ein älteres Riesengeschlecht sind die Reifriesen Hrimthursar. Sie alle ertranken in der Urzeit im Blut des Ymir. Nur Bergelmir und seine Frau entkammen dieser Sintflut, von ihnen stammen die Riesen Jötunn.
Weiter gibt es Riesen, die in der Endzeit Ragnarök gegen die Götter Asen kämpfen werden. Diese Gestalt heißt Muspell oder Surtr.
Neben den ungeschlachten, die Naturgewalten repräsentierenden Riesen gibt es welche, deren alle anderen Wesen übertreffendes Alter sie zu weisen Hütern des Wissens macht. Beispiele für diese sind Wafthrudnir oder Mimir.

Tacitus erzählt von den Völkern Hellusier und Oxionen. Diese lebten hoch im Norden, noch jenseits der Finnen. Tacitus schildert sie als Mischwesen, welche den Riesen recht nahe kommen (Germania, 46). Allgemein wurde bis ins Mittelalter hinein angenommen, daß Unholde wie diese im Nordosten der Welt wohnten.

Wie etwa die Titanen der griechischen Götterwelt sind sie wohl ältere, die Naturkräfte verkörpernde Gottheiten, die im Zuge von Invasionen neuer Völker von den neuen Herren herabgestuft werden, indem die jungen Götter gegen sie kämpfen und dabei siegreich sind.

Grob unterscheiden lassen sich die Riesen nach den von ihnen beherrschten oder bewohnten Elementen: Luft- und Sturmriesen, Berg- und Steinriesen, Waldriesen, Wasser- und Meerriesen und Feuerriesen.


Alphabetische Sammlung von Riesen: Ägir, Angeyja, Angerbode, Atla, Aurboda, Aurgelmir, Baugi, Beli, Bergelmir, Blain, Bölhorn, Brimir, Brusi, Drifa, Eistla, Eyrgjafa, Fenja, Fönn, Fornjotr, Frid, Frostgrimm, Geirröd, Gerda, Gilling, Gjalp, Greip, Grendel, Grid, Gunnlöd, Gymir, Hardgrep, Hler, Hreidmar, Hymir, Hrungnir, Hyndla, Hyrrockin, Iarnsaxe, Imd, Jökull, Kari, Kraka, Logi, Mani, Mella, Menja, Miöll, Mökkurkalfi, Mundilfari, Nott, Nörfi, Ögir, Onar, Skadi, Skymir, Snaer, Sol, Starkad, Suttung, Thjazi, Thökk, Thrym, Trana, Ulfrun, Ymir, Wafthrudnir, Widolf

Sammelnamen sind Jötun, Hrimthursen, Thursen


Riesen nach Gruppen
Erste Riesen, Wesen: Audhumbla, Aurgelmir, Ymir

Urriesen (Hrimthursar): Bergelmir, Fornjotr

Gestirne: Mani, Sol

Feuerriesen, Eisriesen: Eimyrja, Eisa, Eld, Glod, Logi, Muspel, Surt

Eisriesen, Frostriesen: Drifa, Fönn, Frosti (Frostgrimm), Gymir, Hymir, Jökull, Miöll, Snaer

Wasserriesen, Meerriesen: Ägir, Angeyja, Atla, Eistla, Eyrgjafa, Gjalp, Greip, Gymir, Hler, Iarnsaxe, Imd, Ran, Ulfrun

Wind-, Sturmriesen: Egdir, Farbaute, Hräswelg, Kari

Steinriesen: Hrungnir

Bergriesen: Grim, Hilde

Weisheitsriesen: Mimir, Wafthrudnir